Auf dem Segensweg

Dekanatswanderung führte die kfd entlang des Pilger- und Kunstweges in Schwerte-Ergste

Schwerte-Ergste. Den Alltag hinter sich lassen, schweigend oder im Gespräch ein Stück gemeinsam pilgern, von Station zu Station gehen, an denen geistige Impulse einem Mut machen und Denkanstöße geben, und zusammen die heilige Messe feiern – auch das verbindet die Mitglieder der kfd im Dekanat Unna. Diesmal führte die jährliche Dekanatswanderung erneut zu einigen Stationen am Segensweg in Ergste.

von Elisabeth Plamper

Es war ein heißer Tag. Die Sonne brannte vom Himmel. Trotzdem machte sich eine kleine Gruppe von Frauen – einige der Teilnehmerinnen hatten im Vorfeld aufgrund der Hitze abgesagt – aus verschiedenen Kirchengemeinden im Dekanat Unna am frühen Nachmittag auf den Weg, um einen weiteren Teil des Ergster Segensweges zu erkunden. Start und Ziel war die St.-Monika-Kirche.

Dort steht auch die „Lebensspirale“. Pater Abraham Fischer, Mönch der Benedikti­ner­abtei Meschede, gestaltete sie. Cäcilia Andrzejewski las den Impuls zum Vers 17,28 aus der Apostelgeschichte: „Denn in dir leben wir, bewegen wir uns und sind wir.“ Nach einem Stück entlang der Hauptstraße, begleitet vom Lärm vorbeifahrender Autos, ging es dann in eine Seiten­straße entlang blühender Gärten. Die Verkehrsgeräusche ebbten ab. Stattdessen war Kinderlachen zu hören. Die zweite Station, der „Segensbaum“ des Künstlers Burkhard Vielhauer, setzt den Psalm 31,9 – der da heißt „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ – in Szene und befindet sich im Garten des evangelischen Kindergartens. An „drahtigen“ Ästen hängen zahlreiche kleine und große Schuhe. An seinem Stamm hat der Künstler eine große und kleine Holzfigur platziert: Mutter und Kind. Die Gruppe hielt hier ein zweites Mal für einen geistigen Impuls inne und erinnerte daran, dass der Lebensweg unter dem Segen Gottes steht.

Weiter führte der Weg durch eine Siedlung bis zur Feuerwache. Zwischen den Toren hängt ein Andreaskreuz aus teils geschwärztem Holz, ein Geschenk des Schwerter Künstlers und WDR-Moderators Holger Hülsmeyer. „Zuversicht“ soll es dem Betrachter passend zum Vers Jesaja 43,2 vermitteln, aber auch als Symbol Wachsamkeit auf dem eigenen Lebensweg demons­trieren.

Jedes der zwölf „Monumente“ steht an einem Ergster Bezugspunkt, sei es am Kindergarten der „Segensbaum“, das Andreaskreuz an der Feuerwache oder die Skulptur „Dialog“ an der Justizvollzugsanstalt (JVA) Schwerte/Ergste – ein imposantes Windspiel in Form zweier Schranken. Es soll das Miteinander verschiedener Personen und gesellschaftlicher Partner verdeutlichen. Mal sind die stilisierten Gesichter an den Enden der Schrankenbalken weit vonei­nander entfernt, mal schauen sie sich auf Augenhöhe an, je nachdem, wie der Wind weht. Finanziert wurde es von Strafgefangenen und Bediensteten der JVA sowie weiteren Spendern.

Eine erfrischende Abkühlung brachte auf dem Rückweg der „Grundstein“ auf dem Kirchplatz der evangelischen St. Johannis-Kirche, ein Findling aus Crivitz inmitten eines Wasserbeckens. Der Impuls lautet dort: „Siehe, ich lege in Zion einen Grundstein, einen bewährten Stein, einen kostbaren Eckstein, der fest gegründet ist. Wer glaubt, der flieht nicht (Jesaja 28,16).

Bei der Rast auf den Bänken rundherum unter schattenspendenden Bäumen, dem Plätschern des Wassers lauschend, genoss die Gruppe den Augenblick der Erholung und schöpfte Kraft für den Rest der Wanderung. „Den geistlichen Weg zu beschreiten, kann eine schöne Unternehmung jetzt im Sommer sein“, so Bezirks­präses Pfarrer Bernhard Middelanis. Er zelebrierte in der angenehm kühlen St.-Monika-­Kirche nach der Wanderung den gemeinsamen Gottesdienst. Im Anschluss ließen die Frauen in gemütlicher Runde bei einem kleinen Imbiss den Tag ausklingen.

Start und Ziel der kfd-Dekanatswanderung auf dem Segensweg war die St.-Monika-Kirche. Dort steht die „Lebensspirale“. Foto: Plamper

 

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