Das Grundgesetz gilt

Ein Kommentar von Matthias Nückel

Kaum im Amt, stößt Bundesinnenminister Horst Seehofer eine Debatte darüber an, ob nun der Islam zu Deutschland gehört oder nicht. Diese Auseinandersetzung ist immer wieder gut für Emotionen. Das haben wir schon erlebt, als der damalige Bundespräsident Christian Wulff den Stein ins Wasser warf. Und das erleben wir auch jetzt wieder.

Foto: Tim Reckmann / pixelio

 

Etwas merkwürdig ist, dass ausgerechnet ein bayerischer Politiker die Diskussion wieder aufleben lässt. Gerade die Bayern waren in der Geschichte gegenüber Deutschland immer eher skeptisch. Zu Zeiten Napoleons kämpften sie zum Beispiel erst auf der Seite der Franzosen, bevor sie die Fronten wechselten. Auch heute neigt der Freistaat dazu, stets seine Eigenständigkeit zu betonen.

Deutschland ist eben ein Bundesstaat, der aus vielen Kleinstaaten zusammengesetzt ist. Wir haben nicht die nationale Identität mit einer langen Geschichte wie etwa unser Nachbar Frankreich. Die Geschichte der deutschen Nation ist – historisch betrachtet – relativ kurz.

Deshalb gilt es, sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Und das bedeutet: In der Bundesrepublik Deutschland gilt das Grundgesetz. Darin sind die Verantwortung vor Gott, die Würde des Menschen und die Freiheitsrechte der Menschen – wozu auch die Religionsfreiheit gehört – ganz weit vorn festgeschrieben. Wer hier lebt, hat dies zu respektieren und zu akzeptieren. Das gilt für hier Geborene wie auch für Zuwanderer.

Alle anderen Diskussionen erübrigen sich. Sie sind schlicht überflüssig wie ein Kropf.

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