Das Licht weitergegeben

„Hilfe für Kinder in Chatterhat“ feiert 25-jähriges Bestehen

Der Vorsitzende Martin Otto (v. l.) mit dem Gründungsmitglied von „Hilfe für Chatterhat“ Marianne Döring, die eigens zum Jubiläum aus Düsseldorf anreiste, Bischof Vincent Aind, Pfarrer Benno Heimbrodt und Father Niraj Toppo. Foto: Plamper

 

Bönen. Chatterhat, das ist der Ort in Westbengalen/Indien, wo 1992 alles begann. Damals blickten dunkle Kinderaugen in eine ungewisse Zukunft, heute schauen sie mit Unterstützung von „Hilfe für Chatterhat“ optimistisch in die Welt. Die Mitglieder des vor nunmehr 25 Jahren gegründeten Vereines geben den Kindern und Jugendlichen in Indien eine Perspektive.

von Elisabeth Plamper

Das Jubiläumsfest zum 25-jährigen Bestehen von „Hilfe für Chatterhat“ begann mit einer feierlichen Messe in der Bönener St.-Bonifatius-Kirche. Pfarrer Benno Heimbrodt zelebrierte den Gottesdienst. Bischof Vincent Aind und Father Niraj Toppo aus Indien, Ryszard Krolikowski, Seelsorger in der Justizvollzugsanstalt Werl, und Gemeindereferentin Martina Dinslage begleiteten die Liturgie. In seiner Predigt erinnerte der Bischof an die Worte Jesu an seine Jünger, er sei das wahre Licht und auch sie seien das Licht der Welt.

„Was man über das Licht sagen kann, kann man ebenso über die Wahrheit sagen“, so der Bischof. Dass Jesus das wahre Licht ist, die Wahrheit, der Weg und das Leben, habe sich durch die Jahrhunderte gezeigt. Über seine Auslegung des Evangeliums (Mt 5,13 ff.) schlug das Oberhaupt der Diözese Bagdogra die Brücke zum Dank an die Mitglieder des Kinderhilfswerkes und an die Gemeinde St. Bonifatius für die finanzielle Unterstützung. „Es war wie die Weitergabe des Lichtes an eine andere Kerze. So leuchtet das Licht weiter im Leben vieler Menschen in meiner Diözese … Keine Kerze verliert ihr eigenes Licht, wenn sie eine andere Kerze anzündet. Deshalb hört niemals auf, zu teilen und anderen zu helfen, denn es macht euer eigenes Leben sinnvoller“, betonte Bischof Aind.

Wie eng die Verbindung in einem Vierteljahrhundert zwischen Indien und dem Pastoralverbund Kamen-Heeren geworden ist, spiegelte sich auch in den Fürbitten wider, für eine Welt „in der Kinder Kinder sein können“, „für Gerechtigkeit und Frieden“, „für Schutz, Unterkunft und ein besseres Leben“, „für die Menschen in der Gemeinde, damit sie Mut und Kraft geschenkt bekommen, und ihren Idealen treu bleiben“.

Symbolisch wurde jeder Fürbitte ein Puzzlestück zugeordnet. Zusammengesetzt ergaben sie dann das Logo des Vereines „Hilfe für Chatterhat“. Der letzte Puzzlestein galt zudem den Lebenden und den Verstorbenen des Vereines sowie den Sponsoren und Förderern. Die heilige Messe endete mit einem beeindruckenden Orgelspiel, interpretiert von Marco Düker.

Im Anschluss fand eine kleine Feierstunde statt. In seiner Begrüßungsrede warf der Vorsitzende Martin Otto einen Blick zurück in die Geschichte des Vereines „Hilfe für Chatterhat“. In den vergangenen 25 Jahren konnten in Chatterhat Dank der Initiative der ehrenamtlichen Mitglieder, Sponsoren und Förderer Schulen, Hostels und das Kinderdorf ASHAGRAM gebaut werden. Das „Dorf der Hoffnung“, das außerdem vom Bundesministerium für Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert wurde, bietet Kindern im Alter zwischen drei und zehn Jahren der ärmsten ländlichen Bevölkerungsgruppe, zumeist Adivasi aus dem Raum um Siliguri, ein Zuhause – unabhängig von ihrer Religion, Kasten- oder Stammeszugehörigkeit. Ziel sei es, den Waisen- und Sozialwaisen zu einer fundierten Schul- und Berufsausbildung zu verhelfen und über den Kontakt zu den Bewohnern in Ranidanga eine soziale Integration zu ermöglichen. „Es geht uns vor allem darum, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten“, betonte Otto. Über den Erfolg der Projekte informieren sich die Vereinsmitglieder auf ihren regelmäßigen, privat organisierten Reisen nach Indien vor Ort über den Erfolg ihrer Arbeit und stimmen auch neue Vorhaben ab. 

Besonders dankte der Vorsitzende dem Pastoralverbund Bönen-Heeren für die Unterstützung durch die Sternsinger zugunsten von Projekten, die der Verein allein nicht stemmen könne. Die zur Verfügung gestellten Gelder gingen nach der Genehmigung durch das Kindermissionswerk Aachen zu 100 Prozent an die jeweiligen Projekte. In diesem Jahr sammelten die Sternsinger für die Seva Kendra (eine Institution vergleichbar mit der Caritas) in Siliguri. Die Seva Kendra bietet Kindern, vorzugsweise mit Behinderung, die sonst keine Möglichkeit haben, schulisch gefördert zu werden, Nachhilfeunterricht an.

Bischof Vincent Aind blickte in seiner Ansprache begeistert auf Besuche, Gespräche und Begegnungen während seines Aufenthaltes im Pastoralverbund zurück. Er traf unter anderem Weihbischof Matthias König, besichtigte den Paderborner Dom und besuchte das Kindermissionswerk in Aachen, das katholische Hilfswerk „Church in Need“ in Königstein sowie die Justizvollzugsanstalt Werl. Father Niraj Toppo bedankte sich ebenfalls für die Gastfreundschaft und gratulierte zum Jubiläum.

Gratulationen aus Indien kamen per Videobotschaft und Weihbischof Matthias König dankte dem Verein in einem persönlichen Schreiben, da er sich derzeit auf Visitations- und Firmreise befindet und der Einladung nicht folgen konnte. „… Die Sternsinger und viele andere Aktionen bringen über das Jahr hinweg eine ganz beträchtliche Summe an Spenden zusammen, die Ihr Verein dann zur Hilfe nach Indien leitet. Für all das sei Ihnen von ganzem Herzen gedankt und im Namen auch des Erzbistums ein Wort der Anerkennung ausgesprochen ...“, so der Weihbischof. Musikalisch begleitete Viviana Correia die Feier im Pfarrheim.

„Das Wichtigste in diesen 25 Jahren war und ist weiterhin die Hilfe für Kinder in Indien, die nicht gerade auf der Sonnenseite des Lebens aufwachsen“, so Martin Otto. 

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