„Die Liebe ist der Weg zum Frieden“

Libori-Eröffnung am vergangenen Wochenende: Vesper und Pontifikalamt mit Schrein-Prozession

Traditionell sind viele Bischöfe aus der Weltkirche in diesen Tagen zu Gast in Paderborn. Fotos: Wiedenhaus

 

Paderborn (-haus). Die diesjährige Libori-Eröffnung am vergangenen Samstag und Sonntag stand ganz im Zeichen des weltweiten Wunsches nach Frieden. Erzbischof Hans-Josef Becker griff das Thema sowohl in seiner Predigt während des Pontifikalamtes am Sonntag als auch beim anschließenden Empfang im Immaculata-Haus auf.

„Während der jährlichen Feier unseres Diözesanpatrons Liborius beten wir täglich mehrmals um den Frieden. Seit einer Woche greift auch die größte Glocke unseres Domes ‚Jesus Christus, unser Friede‘ das Anliegen des Friedens auf“, sagte der Erzbischof in seiner Predigt. Die neue große Dom-Glocke mahne: „Wir alle, die wir uns zu Jesus Christus bekennen, die wir uns Christen nennen, stehen im Dienste des Friedens und der Versöhnung“, so Erzbischof Becker. „Es wird in der Welt keinen dauerhaften Frieden geben, wenn – in unserer kleinen und in der großen Welt – nicht die Liebe den Ton angibt. Die Liebe ist der Weg zum Frieden. Sie ist der Schlüssel zur Lösung von Konflikten. Sie ist die reale Möglichkeit des Friedens. Sie beruht auf dem Frieden, den Jesus uns als Versöhnung mit Gott gebracht hat.“
Beim Empfang nach der Schrein-Prozession griff Becker das Thema noch einmal auf und erinnerte an den „Liebesbund ewiger Bruderschaft“ zwischen den Diözesen Le Mans und Paderborn, der ein Modell für das Zusammenleben heute in Europa sein könne – nicht zuletzt mit Blick auf die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen: „Liborius ist bei uns angekommen, er ist bei uns integriert, er ist uns wertvoll, er führt uns zusammen, er eint uns. Liborius hat dies in der Geschichte eindrucksvoll getan und er wirkt auch heute!“
Das Leitwort des Libori-Festes „behütet und bedacht“ schenke Vertrauen und Zuversicht, sagte Erzbischof Becker weiter. Auch die Kirche von Paderborn sei „behütet und bedacht“. Es komme darauf an, in aller Veränderung das Besondere, das Herausgehobene zu bewahren, dass Gott Menschen rufe und sende, von ihm Zeugnis zu geben.
Begonnen hatten die diesjährigen Feierlichkeiten zu Ehren des Bistumspatrons mit der Pontifikalvesper am Samstag, in deren Mittelpunkt die Erhebung der Reliquien stand: Zu den Klängen des Libori-Tusches wurde der vergoldete Silberschrein mit den Liborius-Reliquien im Hochchor aufgestellt und damit das Fest in diesem Jahr offiziell eröffnet.
Der von Bläsern des Bahnsozialwerk-Blasorchesters vorgetragene Libori-Tusch aus dem Oratorium „Paulus“ von Felix Mendelssohn Bartholdy ist für die Gläubigen im Dom immer ein ganz besonderes Erlebnis. Zu hören ist er nur an zwei Tagen im Jahr: Zur Erhebung der Reliquien am Libori-Samstag und zur Beisetzung am folgenden Dienstag.
Im Anschluss an die Pontifikalvesper mischte sich Erzbischof Becker mit den bischöflichen Gästen aus aller Welt unter die im und vor dem Paradiesportal wartenden Menschen. Viele Gläubige nutzten nach dem Gottesdienst die Gelegenheit, ein von Domkapitular Prälat Thomas Dornseifer gereichtes Reliquiar mit Reliquien des heiligen Liborius zu berühren.
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