Die Märkte zügeln

Ein Kommentar von Matthias Nückel

Der Vatikan hat ein beachtenswertes Dokument zu den Finanzmärkten und zu ethischen Regeln in der Wirtschaft herausgegeben. An der Formulierung war nicht nur das „Dikasterium für ganzheitliche menschliche Entwicklung“ beteiligt, sondern auch die Glaubenskongregation.

Nur noch die Aktienkurse im Blick? Das kann nicht gut sein. Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio

 

Dies macht deutlich, dass wirtschaftliche Fragen für den Vatikan auch sehr viel mit dem Glauben, vor allem mit der Morallehre der Kirche, zu tun haben.

Aus dem Schreiben – das sehr stark die Handschrift von Papst Franziskus trägt, auch wenn er selbst nicht direkt mitformuliert hat – wird deutlich, dass sich die katholische Kirche um den Zustand der Weltwirtschaft sorgt. Aus Sicht der katholischen Soziallehre hat seit jeher der Mensch im Mittelpunkt allen wirtschaftlichen Handelns zu stehen. Das ist jedoch nicht der Fall. Finanz- und Kapitalinteressen verschaffen sich immer mehr Vorrang.

Rom fordert deshalb Regulierungen der Finanzmärkte. Und dabei ist nicht nur die Politik angesprochen, sondern auch alle Christen. Jeder, der Geld anlegt, kann etwas dazu beitragen, ethische Maßstäbe durchzusetzen. So sollten für Christen unethische Geldanlagen tabu sein – zum Beispiel Spekulationen mit Lebensmitteln, Aktien von Firmen, die Menschen ausbeuten, Geldanlagen in umweltschädliche Industrien oder auch der Kauf von Anleihen aus Staaten, welche die Menschenrechte missachten, .

Wenn sich alle Christen auf der Welt an die Vorschläge aus Rom halten würden, dann wäre die Wirtschaft wahrscheinlich schon etwas menschlicher.

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