Ein neuer Frühling

Ein Kommentar von Matthias Nückel

Beim Diözesanen Forum am vergangenen Wochenende in Unna wurden immer wieder auch Bilder aus der Natur herangezogen. Ein Teilnehmer schrieb bei der Ankunft auf, er wünsche sich einen „Tsunami“ in der Kirche. Der Moderator der Abschlussveranstaltung, Tom Hegermann, sprach von einem „Erdbeben“ in der katholischen Kirche.

Ich finde beide Vergleiche nicht so glücklich. Denn ein Tsunami und ein Erdbeben lassen nur Zerstörung und Chaos zurück. Was wir aber beim Diözesanen Forum erlebt haben, ist vielmehr ein neuer Frühling in der Kirche. Überall sprießen neue Pflanzen.

Vielfältigkeit war ein oft gehörtes Stichwort beim Forum. In der Tat: Die katholische Kirche ist bunter geworden. In dem früher oft sehr einseitig bepflanzten Garten wächst heute für (fast) alle etwas – ohne dass die Grundlage verlassen wird. Die katholische Kirche im Erzbistum Paderborn ist eben kein „blockierter Riese“ mehr, wie ein Buchtitel über die Kirche lautet – sie ist vielmehr in großer Bewegung.

Aber es gibt Kritik an den Veränderungen – bis hin zur totalen Verweigerungshaltung von Haupt- und Ehrenamtlichen. Das wurde beim Diözesanen Forum offen angesprochen. Auch diese Menschen sollen eingebunden werden. Das erfordert auf Seiten der Blockierer jedoch zumindest die Bereitschaft zum Gespräch.

Die große Mehrheit der Katholiken im Erzbistum – das ist mein Eindruck – möchte, dass sich etwas verändert. Sie sehen, dass die Kirchen immer leerer werden, dass vor allem junge Menschen der Kirche vielfach den Rücken kehren. Deshalb wäre es sträflich, den Versuch des Gegensteuerns nicht zu wagen.

Das Diözesane Forum – darin waren sich alle Anwesenden einig – ist ein großer Schritt nach vorn. Nun gilt es, die Begeisterung in die pastoralen Räume und Gemeinden zu tragen – damit der neue Frühling auch im nachhaltigen Wachstum mündet.

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