Eine gute Entscheidung

Ein Kommentar von Matthias Nückel

Die katholische Kirche hat den Weltkatechismus in einem wichtigen Punkt geändert – nämlich bei der Todesstrafe. Während in der bisherigen Fassung des „Katechismus der Katholischen Kirche“, wie er offiziell heißt, noch ein „Hintertürchen“ für Regierungen offen war, die Todesstrafe in bestimmten Fällen anwenden zu können, wird sie jetzt eindeutig für unzulässig erklärt

Foto: Marlies Schwarzin / pixelio

 

Diese Änderung ist Folge einer längeren Entwicklung. Als der Weltkatechismus 1992 veröffentlicht wurde, hatten sich vor allem die US-­amerikanischen Bischöfe bei der Formulierung zur Todesstrafe durchgesetzt. Papst Johannes Paul II. jedoch hatte in seinen Ansprachen dagegen immer die Ablehnung dieser barbarischen Strafe deutlich gemacht. Auch Papst Benedikt XVI., der als Präfekt der Glaubenskongregation noch Vorsitzender der Redaktion des Weltkatechismus war, lehnte die Todesstrafe ab.

Nach 26 Jahren nun erfolgte die Änderung des Textes im Katechismus. Das ist eine sehr rasche Kehrtwendung, wenn man bedenkt, wie lange es sonst in der Kirche dauert, eine Entscheidung zu revidieren. Und es ist ein guter Entschluss. Denn die Todesstrafe verstößt gegen das Gebot „Du sollst nicht töten“ – egal, was ein Mensch zuvor getan hat. Denn das Recht, über Leben und Tod zu bestimmen, hat allein Gott.

Die Änderung des Katechismus stößt auch in den USA auf große Zustimmung. Sowohl die Bischöfe als auch die Gläubigen äußerten sich positiv. Das zeigt, dass sich auch in Amerika – dem Präsidenten zum Trotz – ein Bewusstseinswandel vollzogen hat.

Matthias Nückel

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