Engagierte Jugend

Ein Kommentar von Matthias Nückel

Die Freitagsdemonstrationen für schnelle Maßnahmen gegen den Klimawandel werden heftig diskutiert. Leider läuft die Debatte zuweilen in die falsche Richtung. Denn statt über die wirksame Bekämpfung des Klimawandels zu reden, rückt die Schulpflicht in den Vordergrund. Schließlich „schwänzen“ die Schülerinnen und Schüler für ihre Demonstrationen den Unterricht.

Weltweit streiken junge Leute für das Klima, wie hier Mitte Dezember in Rom. Foto: kna

 

Dass jeweils freitags protestiert wird, hat gute Gründe – nicht nur, weil die 16-jährige Klima-Aktivistin Greta Thunberg immer freitags unter dem Motto „Fridays for Future“ (Freitage für die Zukunft) im Schulstreik ist. Würden die Mädchen und Jungen samstags oder sonntags auf die Straße gehen, wäre die öffentliche Aufmerksamkeit sicher erheblich geringer. Das Medieninteresse ist nicht zuletzt deshalb so groß, weil die Schülerinnen und Schüler durch das Fernbleiben vom Unterricht Regeln verletzen, aber neue Ziele setzen wollen.

Betrachtet man das Ganze unter dem Aspekt der Verhältnismäßigkeit der Mittel, dann ist es sicher gerechtfertigt, hin und wieder freitags der Schule fernzubleiben, um für ein höheres Ziel zu demonstrieren. Der Vater eines jungen Aktivisten, der seinen Sohn unterstützt, brachte es kürzlich mit dem Satz auf den Punkt: „Wir haben früher auch schon aus niedereren Motiven die Schule geschwänzt.“

Darüber hinaus sollten Politik und Gesellschaft froh sein, dass sich so viele Jugendliche wieder politisch engagieren. Allzu lange war die junge Generation viel zu unpolitisch und nur auf die eigene Karriere und das eigene Vergnügen fixiert. Ein Land jedoch, das vorankommen will, braucht eine rebellische Jugend. Von ihr müssen die Denkanstöße zur Rettung der Welt ausgehen, mit denen sich die älteren Generationen dann befassen sollten.

Mit dem Thema befasst sich auch der Geistliche Impuls der Ausgabe vom 31.März 2019.

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