Große Freude über eine alte Tradition

„Frauentragen“ begeistert Senioren im Haus Maria

Mit Kindern des Stiftskindergartens feierten die Seniorinnen nach Ankunft der Muttergottes eine Hausandacht. Foto: Körtling

 

Geseke. Im Haus Maria herrschte große Freude, als das traditionelle „Frauentragen“ dort Station machte: Die Wohngemeinschaft des Seniorenzentrums in Geseke beherbergte für einen Tag ein Marienbildnis, das bei der Vorabendmesse zum ersten Advent in der Marienkirche ausgesendet wurde.

von Peter Körtling

Das „Frauentragen“ ist im Alpenraum ein populärer und gepflegter Brauch. Dabei wird ein Marienbildnis von Haus zu Haus getragen, was an die Herbergssuche der Heiligen Familie erinnern soll. Dann wird das Bildnis an einem zentralen Punkt im Haus aufgestellt und Freunde und Verwandte werden zu einer Hausandacht eingeladen.

Die Senioren der Wohngemeinschaft waren von dieser Idee sofort hellauf begeistert. „Wo kommt die Muttergottes hin? Wir müssen einen ganz besonderen Platz für sie finden“, sagte die Bewohnerin Herta Schlösser. Dem Gedanken schlossen sich alle an und schließlich wurde entschieden, den besonderen Platz neu zu schaffen. Zwei Wochen arbeiteten die Bewohner daran, eine weihnachtliche Herberge zu basteln.

Ein großes Häuschen in Steingrau diente dem Marienbildnis in der Senioren-WG schließlich als zentraler Aufstellungsort. Alles war liebevoll gestaltet und so verdoppelte sich die Freude der Bewohner, als sie die Gottesmutter in der selbsterstellten Kulisse aufstellten.

„Es wurde mit viel Elan gekleistert, tapeziert, gestrichen, das Dach mit Baumrinde versehen und die Lichterkette angebracht“, erklärt Monika Bücker, Leiterin der Senioren-
WG. Die Herberge verfügt sogar über zwei kleine Fenster, an denen die Damen passende Gardinen angebracht haben. Als alles eingerichtet war, wurde gemeinsam mit den Kindern des Stiftskindergartens die Hausandacht gefeiert.

Ob „Maria durch ein´ Dornwald ging“ oder „Wir sagen Euch an den lieben Advent“ – klassische und modernere Weihnachtslieder wurden von Groß und Klein ebenso mitgesungen, wie die Fürbitten vorgetragen wurden. Jung und Alt – die älteste Bewohnerin ist immerhin schon 96 Jahre – freuten sich an dem besonderen Anlass und dem lebendigen Miteinander.

Die Arbeit an der besonderen Herberge war übrigens nicht umsonst – nachdem die Gottesmutter weitergezogen war, erhielten die Kindergartenkinder die aufwändig gebastelte Herberge für ihr Krippenspiel. Die Muttergottes wird am Heiligen Abend ihre Reise durch Geseke beenden und in der Stiftskirche ankommen.

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