Kennen Sie Eickel und Holsterhausen?

Ein Rundgang am Abend durch die Straßen der beiden Ortsteile gab die Antwort

Herne-Eickel/Holsterhausen. Zu Beginn des kommenden Jahres verschmelzen die neun Kirchengemeinden in den drei Pastoralverbünden zum Pastoralen Raum Wanne-­Eickel. Grund genug, sich auch außerhalb des obligatorischen Gemeindelebens noch näher kennenzulernen. So organisierten Pastor Wolfgang Rösner und Gemeindereferentin Susanna Mirzaian drei Stadtrundgänge durch Wanne-­Eickel. „Auf Streife gehen“, so lautete das Motto.

von Elisabeth Plamper

Der letzte Rundgang durch Eickel und Holsterhausen fand kürzlich statt. Die Teilnehmer staunten nicht schlecht, wie viel Geschichte und Sehenswürdigkeiten die beiden Ortsteile zu bieten haben. Los ging es am Eickeler Markt. Dort erzählte Lilo Joede (Gemeinde St. Martin) unter anderem Wissenswertes über die Johanniskirche und die Hülsmannbrauerei. „Ich finde den Rundgang einfach interessant“, sagt sie. „Ich bin keine gebürtige Wanne-Eickelerin. Ich kann so Wissenslücken schließen.“

Weiter führte der Weg zur Marienkirche. Dort erläuterte Diakon Wolfgang Andratschke ihre „unbekannten“ Besonderheiten – wie beispielsweise die der Engel an der Tür. In der Sakristei beeindruckte die Teilnehmer ein Wandteppich. Er zeigt, wann welche Pfarrei von St. Marien abgepfarrt wurde und lässt so ein Stück Kirchengeschichte Revue passieren. Mit auf Streife ging auch Sebastian Happ. „Ich interessiere mich für die Geschichte von Eickel und Holsterhausen“, erklärt der 25-jährige Oberministrant in Herz-Jesu in Wanne-Nord.

Am Bahnübergang der Wanne-­Herner-Eisenbahn ging es um die Geschichte der privaten Eisenbahn und mit einem Brückenschlag zur Historie des Unternehmens Evo­nik. Den Straßenlärm hinter sich lassend wanderte die Gruppe durch die Schrebergartenanlage zum Wertstoffhof und dem Gelände der ehemaligen GAVEG mit dem Gasometer. Den stetigen Wandel dieses Industriegebietes beschrieb Carola Streck.

Einen weiteren Zwischenstopp legte die Gruppe am Denkmal nahe des Autohauses Pflanz ein. Es erinnert an die Feier zum 200-jährigen Jubiläum der preußischen Herrschaft im Dorf Holsterhausen. Vorbei an dem Gelände, wo früher die St.-Franziskus-­Kirche stand, ging es zur heutigen St.-Franziskus-Kirche. Pastor Wolfgang Rösner warf einen Blick in die Historie der Kirche und der Pfarrei. „Die Rundgänge eröffnen die Chance, auf dem Weg zur Gesamtpfarrei über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und den pastoralen Raum zu erkunden. Es ist aber auch spannend, aus dem Vertrauen heraus etwas Neues zu wagen“, findet der Geistliche.

Am Sportplatz von Arminia Holsterhausen vorbei führte der Weg zum nächsten Etappenziel, dem Grab von Ludwig Steil. Der evangelische Pfarrer wurde im Konzentrationslager Dachau ermordet. Über den Lerchenweg in Richtung Klosterstraße ging es zu dem Gelände, wo demnächst ein Quartierpark entstehen soll. Zwischendurch flossen auch immer wieder ganz persönliche Erlebnisse und Erinnerungen der Teilnehmer an den Stationen ein.

Die rund zweistündige Wanderung endete an der Kirche Hl. Familie. Dort erwartete Norbert Henning die Gruppe. Der Organist der Pfarrei ist in Holsterhausen groß geworden und mit der Geschichte der Gemeinde von ihren Anfängen 1921 bis zum heutigen Zeitpunkt bestens vertraut. So erfuhren die Teilnehmer, dass die Kirche bis 1999 ein Teil eines Klosters war.

Ihren Ausklang fand die gut sieben Kilometer lange Wanderung durch Holsterhausen und Eickel im Pfarrheim. Bei einem Umtrunk in gemütlicher Runde nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit, sich über das Gesehene und Gehörte auszutauschen. „Erst aus dem Blick in die Vergangenheit versteht man die Gegenwart und die Zukunft“, findet Gemeindereferentin Susanna Mirzaian.

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