Kirchen, Synagoge oder Moschee

Bustour mit dem Interreligiösen Frauennetzwerk führt zu „religiösen Orten“ im Kreis Unna

Bergkamen. „Reise zu religiösen Orten“ – so lautet der Titel der Folgeveranstaltung des Couchgespräches „Glaube(n) braucht Raum“, zu dem das Interreligiöse Frauennetzwerk Bergkamen-Kamen anlässlich des Frauentages und des Weltgebetstages der Frauen eingeladen hatte. Am 11. Juni 2017 führt nun eine Bustour durch den Kreis Unna zu den „Glaubensräumen“ der drei Buchreligionen.

Stellten die „Reise zu religiösen Orten“ vor (v. l.): Martina Grothaus, Anne Nikbin, Martina Bierkämper, Jutta Koch und Pastorin Petra Buschmann-Simons. Foto: Plamper

 

von Elisabeth Plamper

Sechs Frauen erzählten im Couchgespräch mit Moderatorin Luise Lunemann im März 2017 in der Stadtbibliothek Bergkamen von ihren Glaubenserfahrungen – davon, aus der Taufberufung heraus als Christin zu leben, wie es ist, Jüdin zu sein, oder als Muslima dem Koran zu folgen. Jetzt geht es mit dem Bus zu den „Glaubensräumen“ der drei Buchreligionen im Kreis Unna. Die Teilnehmerinnen an der vom Interreligiösen Frauennetzwerk Bergkamen-­Kamen initiierten Rundfahrt besuchen die Moschee und die evangelische Martin-­Luther-Kirche in Oberaden, erfahren Details über das Projekt „Kirche im Zelt“ in der katholischen Kirche „Heilige Familie“ in Kamen und lernen die Sy­nagoge in Unna kennen. 

Die „Reise zu religiösen Orten“ beginnt am Sonntag, 11. Juni 2017, um 13.45 Uhr an der Bergkamener Stadtbi­bliothek, Am Stadtmarkt 1. Nach der Station an der vor zwei Jahren fertiggestellten DITIB-­Moschee ist das nächste Ziel in Bergkamen-Oberaden die Martin-Luther-Kirche. Sie wird auch als „Bergarbeiterkirche“ bezeichnet. Die Haube des Glockenturmes ist beispielsweise der Form einer Grubenlampe nachempfunden. Im Anschluss besuchen die Teilnehmerinnen die katholische Kirche „Heilige Familie“ in Kamen. Dort finden in einer Jurte in der Kirche regelmäßig Zeltgebete statt. Zum Abschluss der „Reise“ lädt die liberale jüdische Gemeinde „haKochaw“ in ihre Synagoge in Unna ein. Seit 2007 finden dort unter rabbinischer oder kantoraler Begleitung regelmäßige Kabbalath- und Schacharit-Gottesdienste sowie jüdische Feste statt.

„Überall wird den Frauen etwas Besonderes geboten“, erläutert Anne Nikbin von den Kommunalen Integrations­zentren (KI). Die aktiven Frauen der jeweiligen Religionen bereiteten an jedem der „religiösen Orte“ etwas vor. Denn es gehe nicht nur da­rum, „einfach nur das Gotteshaus vorzustellen“, sondern auch dort für eine kurze Zeit anzukommen, es auf sich wirken zu lassen, etwas über die spirituellen Riten zu erfahren und die Möglichkeit für eine Meditation zu haben. Zudem biete die Busfahrt nicht nur Gelegenheit zum Gespräch und Austausch, sondern auch Fragen zu dem Gesehenen und Gehörten zu klären. Gegen 20.00 Uhr werde die Rund­reise beendet und der Bus wieder an der Stadtbibliothek Bergkamen ankommen, so Martina Bierkämper, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bergkamen.

Als das noch junge Interreligiöse Frauennetzwerk Bergkamen-Kamen vor neun Jahren zu seiner ersten Veranstaltung „Wenn Frauen beten“ einlud, ahnte niemand, dass daraus einmal eine Angebotsreihe werden würde, die mit jedem Jahr mehr Zuspruch von inte­ressierten Frauen erhält. Inzwischen haben die „Couchgespräche“ und die in loser Folge dazu angebotenen Zusatzveranstaltungen einen festen Platz im Jahreskalender der Ini­tiative der Kommunalen Integrationszentren im Kreis Unna.

„Und die Themen gehen uns auch nicht aus“, erklärt Anne Nikbin. Im Mittelpunkt stehen immer die drei Buchreligionen, ihre historische Entwicklung und wie sie den Alltag der Frauen damals und vor allem in der heutigen Zeit bestimmen. Mehr über die Religion des anderen, vom Christentum über das Judentum bis hin zum Islam, kennenzulernen, im Gespräch und im Tun, das ist die Intention. Es gehe darum, über die „Couchgespräche“, mit denen alles begann, dem gemeinsamen Pilgern von Bergkamen entlang der Seseke bis Kamen und der Bustour in diesem Jahr Gelegenheiten für mehr Transparenz zu schaffen, erläutert die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Kamen, Martina Grot­haus. „Wir stellen immer wieder fest, dass wir mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede haben.“

Zu den Kooperationspartnern des Interreligiösen Frauennetzwerkes Bergkamen-­Kamen zählen die Städte und Kirchengemeinden Bergkamen und Kamen sowie der Kreis Unna. Kontakt: Kommunale Integrationszentren Kreis Unna (KI), Anne Nikbin, Tel.: 0 23 07/9 24 88 75;
anne.nikbin@kreis-unna.de;
www.kommunale-integrations­zentren-nrw.de/kreis-unna

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