Menschen begleiten, Suizide verhindern

„Woche für das Leben“ 2019: Einführende Informationsveranstaltung in Paderborn

Paderborn/Erzbistum (-haus). „Leben schützen. Menschen begleiten. Suizide verhindern.“ ist die diesjährige „Woche für das Leben“ vom 4. bis 11. Mai überschrieben. Dazu veranstaltet das Paderborner Bildungshaus Liborianum in Kooperation mit der Telefonseelsorge im Erzbistum Paderborn am Samstag, 16. März, eine zentrale Informationsveranstaltung. Seit ihrer Gründung im Jahr 1991 leistet die ökumenische Initiative „Woche für das Leben“ einen Beitrag zur Bewusstseinsbildung über den Wert und die Würde des menschlichen Lebens und seinen Schutz in allen Lebensphasen. Die Grundlage bildet nach eigener Aussage „das Vorbild Christi in seiner bedingungslosen Zuwendung zu den schwachen, schutzbedürftigen und hilflosen Menschen“.

Das Plakat zur Woche für das Leben.

 

Bei der Infoveranstaltung werden Referenten aus den Bereichen Krisenintervention, Suizidprävention, Psychosomatik und -therapie von 10.00 bis 15.30 Uhr in die Thematik einführen.

Jahr für Jahr nehmen sich über 10 000 Menschen in Deutschland das Leben, weil sie in Einsamkeit, depressiver Stimmung oder spannungsreichen Konflikten gefangen sind. Über 60 000 Menschen sind davon mitbetroffen und bleiben als Angehörige oder Freunde mit der einen Frage zurück: „Warum?“

„Was oftmals als nur private Tragödie verharmlost wird, ist eine der großen gesellschaftlichen und seelsorglichen He­rausforderungen unserer Zeit“, heißt es dazu von der Initiative „Woche für das Leben“: „Mitten unter uns leben Menschen, die ihre Hoffnung auf ein gutes Leben und tragende Beziehungen längst verloren haben. Was kann Prävention leisten, was bewirken, um Menschen aus dem Dunkel ihrer Suizidgedanken zu befreien?“

Eine gute, helfende Nähe sei der wichtigste „Baustein“, um Wertschätzung und Hoffnung neu aufzubauen. Die Wege, welche Betroffene dorthin führen können, um wieder ein „Freund des Lebens“ werden zu können, sind Teil der diesjährigen „Woche für das Leben“.

Drei Fachleute werden am 16. März die Thematik grundlegend beleuchten: Dr. Stefan Schumacher war von 2010 bis 2016 Präsident des Internationalen Verbandes für Krisenhilfsdienste IFOTES. Er ist Ehe-Familien-Lebensberater, NLP-Lehrcoach und Leiter der TelefonSeelsorge Hagen-Mark. „Angebot Hoffnung – Engagement Krisenhilfe“ ist sein Vortrag überschrieben.

Prof. Dr. Barbara Schneiders Thema lautet „Der suizidale Mensch – Erkennbarkeit und Hilfe“. Sie ist Vorsitzende des Nationalen Suizidpräventionsprogramms für Deutschland (NaSPro) sowie Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und leitet die Abteilung für Abhängigkeitserkrankungen der LVR Klinik Köln.

Univ.-Prof. Dr. Dr. Gereon Heuft ist Direktor der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie der Universitätsklinik Münster. Ein Forschungsschwerpunkt liegt in der Alterspsychosomatik und -therapie. Er spricht über Alter und Suizidprävention: „Not lehrt (nicht) beten“.

 

 

 

Literaturhinweis in eigener Sache:

Im Bonifatius-Verlag ist im vergangenen Jahr das Buch "Seitdem ist alles anders" erschienen, Autorin ist Maira Stork, deren Mutter sich das Leben genommen hat. Das Buch will ein Wegbegleiter für Angehörige in dieser Situation sein und erschließt so denen, die mit Angehörigen zu tun haben, deren Innenleben. Nähere Infos auf der Produktseite des Bonifatiusverlages.

Diesen Artikel teilen:

Ähnliche Artikel