Muslimischer Feiertag?

Ein Kommentar von Matthias Nückel

Da ist Bundesinnenminister Thomas de Maizière mal wieder kräftig übers Ziel hinausgeschossen. Er hatte angeregt, über einen muslimischen Feiertag nachzudenken.

Dieser sollte in Regionen eingeführt werden, in denen viele Muslime leben. Der CDU-Politiker machte diesen Vorschlag bei einer Wahlkampfveranstaltung in Niedersachsen. Vielleicht wollte er ja nur Muslime für die CDU gewinnen. Aber problematisch ist die Idee in jedem Fall.

Zum einen dürfte die Einführung eines weiteren Feiertages auf Widerstand bei den Arbeitgebern stoßen. Sie würden wahrscheinlich im Gegenzug die Abschaffung eines anderen – also christlichen – Feiertages fordern. Schließlich ist einst schon der Buß- und Bettag für die Finanzierung des Arbeitgeberanteils bei der Pflegeversicherung geopfert worden.

Zum anderen müsste auch weiteren Religionsgemeinschaften ein Feiertag zugestanden werden. Bevor es einen muslimischen Feiertag gibt, müsste sicher erst einmal ein jüdischer eingeführt werden. Denn das jüdische Erbe in Deutschland ist größer als das muslimische.

Und nicht zuletzt müssen auch Gegenleistungen mehrheitlich muslimischer Länder erfolgen. Thomas Gottschalk brachte es mit den Worten auf den Punkt: „Muslimischer Feiertag bei uns ist ein guter Einstieg, demnächst Herz-Jesu-Freitag in Bagdad und dann Fronleichnamsprozession in Istanbul.“

Minister de Maizière hatte in seiner Rede auch betont: „Generell sind unsere Feiertage christlich geprägt, und das soll auch so bleiben.“ Darum sollte sich die CDU zunächst kümmern. Der wichtige Sonntagsschutz ist eine schöne Aufgabe für eine sich christlich nennende Partei. Doch damit ist es nicht weit her, wie es sich aktuell in Nordrhein-Westfalen zeigt (Bericht Seite 13).

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