Mutige Friedensstifterin

Zum Fest der hl. Elisabeth / Isalbella am 4. Juli

„Lieber will ich selbst vor Hunger sterben, als den Armen, die sonst verzweifeln müssten, meine Hilfe zu versagen. Gott wird mir in Zukunft schon helfen; jetzt aber will ich die noch vorhandenen Lebensmittel unter die hungrigen Armen austeilen.“ Dieses Zitat stammt der Überlieferung nach von der heiligen Elisabeth, aber nicht der von Thüringen, sondern ihrer Großnichte, der heiligen Elisabeth von Portugal. Ihr Handeln ähnelt sich, aber sie waren doch zwei sehr verschiedene Typen.

Isabella von Portugal ist bis heute sehr beliebt, auch als Souvenir. Foto: KNA

 

von Claudia Auffenberg

Elisabeth von Portugal wurde um 1270, also etwa 40 Jahre nach dem Tod der anderen Elisabeth, in Spanien geboren. In ihrem Stammbaum finden sich diverse Majestäten, ihr Vater war König von Aragon, einem ehemaligen Königreich im Norden Spaniens. Zu dieser Zeit waren Verheiratungen ein Mittel der Diplomatie, so wurde Elisabeth im Alter von zwölf Jahren an den König von Portugal gereicht. Die beiden bekamen zwei Kinder, doch die Ehe war nicht glücklich. Das lag nicht an ihr, sondern da­ran, dass ihr Mann – freundlich formuliert – ein aufrechter Hallodri war, wobei man ein solches Verhalten der Männer wirklich nicht mehr freundlich formulieren sollte. Also: Er hatte zahlreiche Affären, sie flüchtete sich in Askese, Fasten und Gebet. Immerhin gab es einen Ehevertrag, der sie großzügig ausstattete. Mit diesem Geld unterstützte sie Klöster und Krankenhäuser.

Auch politisch war sie aktiv. Dreimal gelang es ihr, Kriege zu verhindern, zweimal auf geradezu spektakulär mutige Weise: Sie stellte sich allein und unbewaffnet zwischen die Fronten. Man stelle sich das bildlich vor: Zwei Armeen marschieren mit rasselnden Waffen auf einem Feld aufei­nander zu und werden aufgehalten allein von einer Frau, die sich ihnen in den Weg stellt. Die Kriegsparteien waren jeweils Familienmitglieder: ihr Mann gegen den König von Kastilien, ihr Mann gegen den eigenen Sohn, der Sohn gegen seinen Schwiegervater.

1325, knapp zehn Jahre bevor sie starb, war ihr Mann gestorben, Elisabeth wurde Mitglied im dritten Orden der Franziskaner und kümmerte sich um Kranke und Arme. Anders als ihre Tante führte sie zwar kein Leben in Armut, sorgte aber großzügig mit ihrem Vermögen für die Menschen am Rande. Bis heute wird sie in Portugal deswegen verehrt, dort nennt man sie übrigens Isabella. Sie starb am 4. Juli 1336 und wurde in einem Silbersarg bestattet, der noch zu ihren Lebzeiten nach ihren Anweisungen gefertigt worden war. Ihrer königlichen Würde war sie sich offenbar immer bewusst und sie wusste sie zum Wohle der Mitmenschen einzusetzen.

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