Nicht nur sauber, sondern rein

Nur mal zum Spaß: Wir stellen uns vor, wir sind 1 000 Jahre weiter. Ein Archäologe gräbt einen Fernseher aus und – oh Wunder – er funktioniert, er zeigt das Programm von vor 1 000 Jahren. Der Archäologe schaut eine Weile die diversen Verkaufssender. Welchen Eindruck könnte er von unserer Zeit gewinnen?

von Claudia Auffenberg

Ungefähr den, dass es damals, um 2017, ziemlich schmuddelig, ja geradezu verdreckt in deutschen Haushalten gewesen sein muss. Wozu sonst brauchte man damals das ganze Arsenal an Putzlappen, Reinigungsmitteln und großartigen akkubetriebenen „Staubsaugerwischmobbesen“, mit denen man sogar Gardinen rückenschonend reinigen kann?

Wer in der Libori-Woche in Paderborn war und über den Pottmarkt gebummelt ist, konnte Ähnliches besichtigen. Denn auch dort gehört traditionell Putzgerät aller Art zu den Verkaufsschlagern und wenn man den Verkäufern an den Buden zuhört, dann braucht man ihr Produkt quasi nur ins Bad zu halten und schon kommt der gesamte Schmutz reumütig aus den Ecken gekrochen.

Die Sehnsucht nach Sauberkeit, nach Reinheit, scheint irgendwie zum Wesen des Menschen zu gehören, und es ist nicht nur die Sehnsucht nach sauberen Händen. Alle Weltreligionen kennen die Reinheit und entsprechende Rituale, die Zutritt zum Heiligtum oder zu weiteren Ritualen ermöglichen.

Als Christen können wir Gott sei Dank die Sache ehrlich und unverkrampft angehen. Jesus wusste, dass ein keimfreies Leben nicht möglich ist und dass ein reines Herz kein blankpoliertes, sondern ein offenes ist. Beulen und Narben sind erlaubt.

Foto: Karin Jung / pixelio

 

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