„Offenheit im Miteinander ist das Ziel“

Islamische Theologin aus Paderborn referiert beim ökumenischen Neujahrsempfang

Hagen. Zum Thema „Bausteine des interreligiösen Dialoges“ hat jetzt der ökumenische Neujahrsempfang 2018 stattgefunden. Veranstalter waren – wie in jedem Jahr – der Evangelische Kirchenkreis Hagen und das Katholische Dekanat Hagen-Witten. Nach einem ökumenischen Gottesdienst in der Kirche am Widey, kamen Gäste und Gastgeber im Sparkassen-Karree zusammen.

Verena Schmidt, Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Hagen, begrüßte die Gäste im Namen beider Veranstalter. „In einer Welt, in der Trennendes häufig im Vordergrund steht, freue ich mich umso mehr, dass wir als Referentin für unseren elften ökumenischen Neujahrsempfang Frau Hamideh Mohagheghi gewinnen konnten“, hieß Verena Schmidt die Referentin willkommen.

Die aus dem Iran stammende Juristin, islamische Theologin und Religionswissenschaftlerin lehrt an der Universität Paderborn. Ein besonderer Schwerpunkt ihres Engagements sind das Forum und der Rat der Religionen in Hannover. „Der Rat ist Träger des Hauses der Religionen, in dem sich sechs Religionen zu einem Ort der interreligiösen Begegnung zusammengeschlossen haben – ein bisher einmaliges Projekt in Deutschland“, so die Superintendentin.

In Hagen sprach Hamideh Mohagheghi vor voll besetzten Stuhlreihen zum Thema: Islamische Reformen und christliche Reformation – Bausteine für den interreligiösen Dialog. „Im deutschen Islam-­Diskurs verbinden sie große Hoffnungen mit der Islam-­Reformation“, so die Wissenschaftlerin. Die entscheidende Frage sei, mit welchem Inhalt der Begriff der Reformation zu füllen sei. „Für mich steht fest: Die Wertschätzung der Tradition muss dabei ein Schwerpunkt sein. Aus der Tradition die Reform zu bewerten – das ist der Weg.“ Gleiches gelte somit auch für den interreligiösen Dialog. „Wir alle müssen mehr über uns erfahren und über das ‚Warum‘, mit Verständnis und Respekt für andere das eigene Profil bewahren“, so Hamideh Mohaghe­ghi. Der konkurrierende Vergleich sei nicht das Ziel des Dialoges, sondern Offenheit im praktischen Miteinander.

Nach abschließenden Worten von Dr. Norbert Bathen, Dechant des Katholischen Dekanates Hagen-Witten, nutzten viele Gäste die Gelegenheit, mit Hamideh Mohaghe­ghi ins Gespräch zu kommen. „Eine beeindruckende Frau, die im interreligiösen Diskurs eine sehr klare und Mut machende Position einnimmt“, resümierte eine Besucherin.

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