Philippinen setzen auf „Paderborner“ Hilfen

Delegation mit Weihbischof König auf den Spuren heimischer Missionare und zahlreicher Projekte

Weihbischof Matthias König und die Delegation aus Paderborn informierte sich über das Projekt Hausbau für Obdachlose und Arme im Bistum Maasin auf der Insel Leyte.

 

Paderborn/Manila. „Es ist beeindruckend, dass zu fast allen öffentlichen Ereignissen immer noch das Gebet und der Gottesdienst gehören“, nahm Weihbischof Matthias König die tiefe Frömmigkeit bei seinem Besuch auf den Philippinen wahr. „Wochen, die höchst bereichernd waren“, so König weiter, der bei allen Mitreisenden durch zahlreiche Begegnungen ein wachsendes Verständnis für die Mentalität und Frömmigkeit der hier lebenden Philippinas und Philippinos erkennen konnte.

Der Weihbischof und eine kleine Besuchsgruppe aus dem Erzbistum waren drei Wochen Gast auf den Philippinen. Ziel der Reise war es, die dort eingesetzten Missionare aus dem Erzbistum Paderborn und ihre Einsatzstellen zu besuchen sowie die vom Erzbistum geförderten Projekte zu sehen.

Ein Ausflug galt außerdem dem Apostolischen Vikariat Calapan auf der Insel Mindoro vor der Küste der Hauptinsel Luzon. Dort wurde im Oktober 1942 der aus Hultrop an der Lippe stammende Missionsbischof Wilhelm Finnemann SVD ertränkt, weil er sich mutig der japanischen Besatzungsmacht in den Weg gestellt hatte. Zum Libori-Fest 2017 war der Generalvikar dieses Vikariates, Father Nestor Adalia, mit dem Steyler Pater Ewald Dinter zu Gast in Paderborn. Außerdem hatte der Weihbischof Gelegenheit, vor der Philippinischen Bischofskonferenz (CBCP) zu sprechen und über die Arbeit der Hilfswerke zu informieren.

Die Reisegruppe begleitete mit Vikar Zaldy Antonio-­Abong aus Hemer ein gebürtiger Philippino, der 2015 in Paderborn zum Priester geweiht wurde. „Er hat uns viele Türen und Herzen geöffnet. Durch ihn haben wir auch Verständnis bekommen für das, was wir so reichlich erlebt haben“, freute sich der Weihbischof über den Reisebegleiter.

Erste Station war die Insel Cebu. Dort wirkt Pater Ulrich Schlecht SVD. Er ist in Arnsberg geboren und seit 53 Jahren dort im Land. Pater Schlecht zeigte den „Paderbornern“ die Einrichtungen der Steyler Missionare, so die verschiedenen Standorte der San-­Carlos-Universität, dazu ein Exerzitienhaus und den Konvent der Steyler Missionare. In einer der Vorstädte von Cebu entstand ein Schulprojekt für die Kinder aus armen Schichten, die nur Unterricht unter Zeltdächern oder Bäumen kannten. Pater Schlecht hat mit Verbündeten die Slumbewohner motiviert, dort – unter anderem mit der finanziellen Hilfe des Erzbistums Paderborn – ein vierstöckiges Schulgebäude zu errichten. Den Rosa Schwestern (Steyler Anbetungsschwestern) in Cebu galt ebenfalls ein Besuch. Dort war die Generaloberin, Mutter Elisabeth Klein aus Bad Driburg, auf ihrer Visitationsreise zu Gast gewesen.

Von Cebu ging es auf die Insel Leyte, auf der vor einigen Jahren der Taifun Hayan große Zerstörung gebracht hat, wo aber im Hafengebiet Ormoc bereits wieder vieles aufgebaut wurde. Auf der Insel haben die Olper Franziskane­rinnen (OSF) zwölf Konvente. Die Besucher aus Paderborn wurden im Provinzhaus in Baybay freudig begrüßt. Die Schwestern leiten dort eine große Schule mit riesigem Campus, aber auch ein Exerzitienhaus.

Bischof Precioso Cantillas von Maasin auf der Insel Leyte als Gastgeber konnte der Gruppe Einblicke in die Volksfrömmigkeit, vor allem aber auch in die soziale Arbeit in seinem Bistum vermitteln. In der Stadt Bato gab es eine große Messfeier zu Ehren des Santo Niño in einem voll besetzten Gotteshaus und mit vielen Menschen, die draußen mitfeierten.

Bischof Cantillas gehört zu den Salesianern Don Boscos (SDB) und hat von daher in seinem Bistum vieles auf den Weg gebracht, das jungen Menschen in den Beruf hilft. Unter anderem eine Einrichtung, in der mittellose Schüler und Schülerinnen wohnen und lernen dürfen, um eine Chance auf ein besseres Leben zu haben. Für die vielen Obdachlosen hat das Bistum ein Hausbauprojekt gestartet.

Ein ähnliches Projekt der Steyler Missionare in Cebu führt Pater Schlecht. Mit ihm und einigen Helfern des Sozialdienstes war die Paderborner Gruppe zur Sonntagsmesse in einem der Elendsviertel und hat Menschen besucht, die dort auf einer Müllkippe leben und ihren Unterhalt von dort zu bestreiten versuchen.

Von Cebu ging es auf die Hauptinsel Luzon. Dort gab es ein Wiedersehen mit Schwester Cecille Ido OSB, die vorletztes Jahr als missio-Botschafterin bei der Kampagne für den Weltmissionssonntag im Erzbistum unterwegs war. Mithilfe von missio hat sie ein Haus eröffnet, in dem sie Familien aufnimmt, die sonst auf der Straße leben. Mit ihren Mitarbeitern hilft sie, dass sie eine Lebensgrundlage bekommen.

Die Begegnung mit Luis Antonio Kardinal Tagle, dem Erzbischof von Manila, war geprägt von Sympathie. Denn im einstündigen Treffen gewann der Kardinal in seiner Einfachheit und Freundlichkeit die Herzen der Gäste. Besonders herzlich war ein Tag mit den Mallinckrodt-Schwestern in ihrem Blindenhaus. Gut ein Dutzend Mädchen und Frauen sind dort gut aufgehoben und werden von Schwester Maria Theresia Barkey und Schwester M. Dolores sowie einer Reihe von Mitarbeitern bestens gefördert. Einige der Mädchen sind mehrfach behindert. Andere gehen auf Regelschulen und haben sehr konkrete Pläne für ihre berufliche und menschliche Zukunft.

Von Manila ging es in den Norden der Insel Luzon. Der Bischof von Bontoc, Valentin Dimoc, berichtete über die Arbeit mit den Indigenen, einer oft vernachlässigten Volksgruppe und erklärte die alte Kultur der Reisterrassen, die bis zu 2 000 Jahre alt sind.

Zum Abschluss der dreiwöchigen Reise feierten die „Paderborner“ mit Vertretern der deutschen Gemeinde auf dem Gelände der Don-Bosco-Salesianer in Manila die Eucharistie, bei der es auch ein freudiges Wiedersehen mit Pater Heribert Lohrengel SVD, der aus Gütersloh stammt, gab.

Weihbischof Matthias König zieht ein positives Fazit der Reise: „Alle Kirchen, die wir besucht haben, waren auch werktags voll. Heilige Messen wurden oft im Stundentakt gefeiert. Viele junge Menschen waren tief im Gebet versunken umd prägten dort das Bild der Gottesdienstbesucher.“

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