Pilgern vor der Haustür

Kreuzweg verbindet Menschen und Orte

Ausgangspunkt einer Pilgerwanderung: Schloss Bökerhof

 

Erzbistum Paderborn/Bökendorf. Pilgern liegt im Trend. Seit Hape Kerkeling vor einigen Jahren „eben mal weg war“, machen sich immer mehr Menschen auf den Weg, um zu sich selbst zu finden und in Zwiesprache mit Gott zu treten. Allein der Jakobsweg und sein berühmter Zielort Santiago de Compostela verzeichnen jedes Jahr rund 240 000 Pilger aus aller Welt. Aber auch das Pilgern vor der Haustür erfreut sich steigender Beliebtheit. Unter dem Leitgedanken „Im Kreuz ist Heil“ startet am Samstag, 18. März, eine Pilgerwanderung auf der „Kreuzweg-Allee“ in Bökendorf (Kreis Höxter). Treffpunkt ist um 15.00 Uhr am Schloss Bökerhof.

von Martina Schäfer

Die Leitung dieses pastoralen Pilgerweges übernimmt Bernhard Aufenanger. Der stellvertretende Vorsitzende des Pfarrgemeinderates Bökendorf hat diesen Weg auch auf der Internetplattform des Erzbistums unter: www.orte-verbinden.de ausführlich vorgestellt.

Die Strecke, welche gut zu bewältigen ist, führt auf rund fünf Kilometern durch eine reizvolle Wald- und Wiesenlandschaft mit schönen Ausblicken. Zunächst geht es durch den hübschen Laubengang am Schloss Bökerhof auf die prächtige Lindenallee mit den unter Denkmalschutz stehenden Kreuzweg-Stationen aus Sandstein zu. Am Ende der Allee erwartet die Pilger das im Jahr 1799 errichtete „Weiße Kreuz“. Von dort aus führt die weitere Strecke zum „Bökendorfer Kreuz“, welches im Jahr 1871 errichtet wurde.

Das Besondere: Sowohl der Kreuzweg als auch das „Bökendorfer Kreuz“ führen Menschen aus zwei Gemeinden – Bökendorf und Bellersen – jedes Jahr am Karfreitag aus unterschiedlicher Richtung zusammen. „Somit symbolisiert der Weg das Unterwegs­sein der Menschen, aber auch das Miteinander und das Verbindende der Orte“, sagt Bernhard Aufenanger, der rund um Bökendorf noch zwei weitere Wege – „Sieben Heilige auf einen Streich“ und „Auszeit am Pilgerkreuz am Jakobsweg“ – für die Internetplattform ausgesucht und vorbereitet hat.

Auf dem Weg durch die „Kreuzweg-Allee“ folgen die Pilger auch literaturhistorischen Spuren, die Bernhard Aufenanger erläutert. Schließlich hat im Schloss Bökerhof in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts der „Romantikerkreis“ um Werner und August von Haxthausen, Annette von Droste-Hülshoff sowie der Brüder Grimm gewirkt. Und im romantischen Laubengang tauschte die damals 23-jährige Droste scheue Küsse mit dem Göttinger Jurastudenten Heinrich Straube. Eine unheilvolle Begegnung, die in der „Jugendkatastrophe“ der Dichterin endete. Rechtzeitig zur Saison sind an den drei Pilgerwegen in Bökendorf nun an markanten Stellen kleine Hinweisplaketten angebracht, die mit QR-Codes versehen sind. Mithilfe des Smartphones lassen sich nun Informationen zum Weg und den entsprechend interessanten Punkten direkt vor Ort einfach abrufen.

Wer an der Pilger-Wanderung am 18. März teilnehmen möchte, sollte sich bei Bernhard Aufenanger unter Tel.: 0 52 76/72 10 oder per E-Mail (pfarrgemeinderat@­boekendorf.de) anmelden.

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