Schicksalswahl

Ein Kommentar von Matthias Nückel

2019 ist – wieder einmal – ein sogenanntes Superwahljahr in Deutschland. Neben den Landtagswahlen in ­Bremen, Brandenburg, Sachsen und Thüringen findet auch die Wahl zum Europaparlament statt. Darüber hi­naus gibt es in einigen Bundesländern Kommunalwahlen.

Foto: Timo Klostermeier / pixelio

 

Die Parteien haben sich zum Jahresbeginn mit Klausur­tagungen oder Parteitagen für den Wahlmarathon positioniert. Im Mittelpunkt stand dabei die Wahl zum Europäischen Parlament, die in diesem Jahr zu einer Schicksalswahl wird. Denn es scheint sich derzeit herauszustellen und ist zu befürchten, dass europafeindliche populistische Parteien auf dem Vormarsch sind.

Bei genauerem Hinsehen müsste jeder Wählerin und jedem Wähler jedoch klar werden, dass der Anti-Europa-Kurs dieser Parteien falsch und auch widersprüchlich ist, wie ein Blick auf die Beschlüsse des AfD-Parteitages zeigt. Dort wird mit dem Gedanken an einen Austritt Deutschlands aus der Europäischen Union gespielt. Hat denn die Partei nichts aus dem Chaos gelernt, das derzeit in Großbritannien herrscht? Darüber ­hinaus fordert die AfD eine Abschaffung des Europäischen Parlamentes. Ausgerechnet die demokratisch legitimierte Volksvertretung in Europa, an der vorbei keine Beschlüsse gefasst werden können, soll beseitigt werden. Das ist zutiefst undemokratisch.

Der aufkeimende Nationalismus quer durch Europa – auch in Deutschland – ist nicht nur gefährlich, wie Kardinal Reinhard Marx im Interview auf Seite 7 sagt. Nationalismus ist auch zutiefst unkatholisch. Die Kirche kennt keinen Nationalismus. Das sollten Katholiken auch im Blick auf Europa bedenken.

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