„Strahlkraft statt Abschottung“

Das Diözesankomitee im Erzbistum Paderborn ist in Soest in die vierte Amtszeit gestartet

Die neue Vollversammlung des Diözesankomitees im Erzbistum Paderborn nach der ersten Sitzung in Soest.

 

Nadine Mersch aus Paderborn und Jan Hilkenbach aus Brilon sind die neuen Vorsitzenden des neu zusammengesetzten Diözesankomitees. Gemeinsam mit der Vollversammlung und den neu gewählten Vorstandsmitgliedern Andrea Schütt (Paderborn), Reinhard Schulte (Bad Fredeburg) und Heribert Zelder (Paderborn) werden sie in den nächsten vier Jahren die Arbeit der Laienvertretung im Erzbistum Paderborn gestalten.

Die Mitglieder des Diözesankomitees erörterten in der konstituierenden Sitzung auch die Ergebnisse der MHG-­Studie zum Missbrauch durch katholische Kleriker. Sie appellierten an das Erzbistum, sich der Opfer anzunehmen und zur lückenlosen Aufklärung beizutragen. Zudem betonten die Laien aus Verbänden und Dekanaten, dass in der Priesterausbildung, der Auswahl der Weihekandidaten und der Begleitung mehr dafür getan werden muss, präventiv tätig zu werden. „Im Diözesankomitee leben und erleben wir eine enorme Vielfalt von Glaubenspraxis und Themenfeldern, die engagierte Christinnen und Christen beschäftigen. Wir müssen Wege finden, auch Menschen, die der Kirche ferner stehen, an Diskussionen zu beteiligen. Unsere Beheimatung in den kirchlichen Strukturen darf nicht zur Abschottung führen, sondern sollte Strahlkraft für viele entwickeln“, formulierte Nadine Mersch eine der Zukunftsaufgaben. „In unserer ersten Sitzung waren wir uns alle einig, dass die Stärkung der Ökumene, die Bewahrung der Schöpfung, der Schutz des Lebens und die gesellschaftliche Solidarität weiterhin unsere Kernthemen sein werden.

Zu diesen und weiteren Themen werden wir diskutieren und auf christlichem Fundament Kirche und Gesellschaft mitgestalten“, machte die neue Vorsitzende deutlich. „Unsere Kirche braucht Zukunft. Besonders die jungen Christinnen und Christen erwarten klare Signale der Veränderung. Im Zukunftsbild des Erzbistums sind wichtige Zukunftsthemen beschrieben. Wir wollen in der neuen Legislatur gemeinsam an der konsequenten Weiterentwicklung der Ansätze arbeiten“, sagte Jan Hilkenbach. Es brauche eine höhere Transparenz bei Entscheidungen und die umfängliche Beteiligung von Laien an Beschlüssen innerhalb der Kirche. In den vergangenen Monaten wurden in den Dekanaten Vertreter und Vertreterinnen aus den Pfarrgemeinderäten für das Diözesankomitee gewählt. Jeweils neun Mitglieder entsenden die Erwachsenenverbände (über die AG Katholische Verbände) und Jugendverbände (über den BDKJ-­Diözesanverband) sowie die Caritasfachverbände. Etwa ein Drittel der Mitglieder ist erstmals im Diözesankomitee vertreten, die anderen bringen ihre Erfahrung aus den vergangenen Jahren mit ein.

Als weitere Einzelmitglieder wählten die Delegierten Regina Kopp-Herr (MdL), Heribert Zelder, Raphael Tigges (MdL), Walter Kern und Marlis Meermeier hinzu. „Damit macht das Diözesankomitee deutlich, dass es sich weiterhin als eine kirchenpolitische und gesellschaftspolitische Stimme versteht“, heißt es in einer Pressemitteilung des Gremiums. Mit den beratenden Mitgliedern Prälat Thomas Dornseifer (Bischöflicher Beauftragter) und Dagmar Hanses (Geschäftsführerin) startet die Laienvertretung nun mit 51 Mitgliedern in die vierjährige Amtszeit. Im Rahmen der konstituierenden Sitzung fanden auch Wahlen zum Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) statt, in dem Anneliese Thies (Brilon), Markus Ziganki (Castrop-Rauxel) und Jan Hilkenbach (Brilon) das Erzbistum vertreten. Außerdem schlug die Vollversammlung Erzbischof Hans-Josef Becker einige engagierte Mitglieder für die Berufung in den Diözesanpastoralrat als Beratungsgremium des Erzbischofs vor. Dem bisherigen Vorstand Ansgar Kaufmann, Annika Manegold, Michael Hullermann und Jürgen Fenneker sprach die Versammlung einen ausdrücklichen Dank für die engagierte Arbeit in der dritten Amtszeit des Diözesankomitees von 2014 bis 2018 aus.

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