Tröstende Begleitung

Im Pastoralverbund Attendorn übernehmen außer den Priestern auch zwei Laien den Begräbnisdienst

Attendorn. Das ist neu im Pastoralverbund Attendorn: Erzbischof Hans-Josef Becker hat Schwester Maria Thekla Heuel (SCC) und Sebastian Springob mit Wirkung vom 1. Juni zum Begräbnisdienst in den neun katholischen Gemeinden Attendorns beauftragt. Somit kann Pfarrer Andreas Neuser neben den Priestern aus seinem Team auf zwei zusätzliche Mitarbeiter zurückgreifen, besonders in Zeiten zahlreicher Sterbefälle, wie dies derzeit in Attendorn der Fall ist.

Auf dem Waldfriedhof in Attendorn (von links): Pastor Thomas Choinski, Schwester Maria Thekla Heuel, Sebastian Springob und Pfarrer Andreas Neuser.Foto: Lüttecke

 

von Meinolf Lüttecke

Die Koordination mit den Bestattungsunternehmen wird dabei Pastor Thomas Choinski übernehmen. Der Erzbischof bittet in einem Schreiben die katholische Bevölkerung da­rum, „diesen Dienst, der manchem vielleicht noch fremd und ungewohnt ist, wohlwollend anzunehmen“.

Weiter schreibt der Erzbischof: „Zu den wichtigsten Aufgaben einer christlichen Gemeinde gehört es, den Sterbenden beizustehen, die Toten zu bestatten und für sie zu beten und die Angehörigen der Verstorbenen tröstend zu begleiten. Einen besonderen Dienst üben dabei diejenigen aus, die der Feier des Begräbnisses vorstehen. Diese Aufgabe ist zunächst einmal dem Pfarrer als dem ,Pastor‘ (dem ,Hirten‘) der ihm anvertrauten Gemeinde sowie den anderen Priestern und den Diakonen aufgetragen. Wenn die seelsorgliche Situation es verlangt, kann der Bischof jedoch auch Laien mit dem Begräbnisdienst beauftragen.“

Pfarrer Andreas Neuser hat nach Beratung mit den Pfarrgemeinderäten den Erzbischof genau darum gebeten, von dieser kirchenrechtlich gegebenen Vollmacht Gebrauch zu machen und Schwester Maria Thekla Heuel und Sebastian Springob dafür vorgeschlagen. Beide haben sich zwischenzeitlich in einer Begräbnisdienst-Ausbildung für ehrenamtliche Laien, die das Erzbistum erstmals in der Zeit von Oktober bis Mai im Bildungs- und Exerzitienhaus St. Bonifatius in Elkeringhausen an sechs Wochenenden anbot, auf diese Aufgabe intensiv vorbereitet. Sie leben selber, wie sie unisono sagen, aus dem Glauben an die Aufer­stehung, an das ewige Leben bei Gott und möchten durch den Dienst davon Zeugnis geben.

Schwester Maria Thekla Heuel ist gebürtig aus Alt-­Listernohl. Sie gehört der Ordensgemeinschaft der Schwestern der Christlichen Liebe an, war langjährig Krankenschwester und ist heute Krankenhausseelsorgerin mit jeweils einer halben Stelle an der Helios-Klinik in Attendorn sowie am St.-Josefs-Hospital und St.-Elisabeth-Hospiz in Lennestadt. Auf ihre Motivation für diese neue Aufgabe angesprochen, sagt die Ordensschwester, dass diese Form des liturgischen Dienstes für sie als Frau möglich ist und sie liturgische Dienste immer gerne übernimmt.

Schwester Maria Thekla hat bei ihrem Dienst in den Kliniken Sterbende mit unheilbaren Erkrankungen bis zum letzten Atemzug begleitet und empfindet die neue Aufgabe als eine Abrundung ihres Dienstes, wenn sie jetzt auch einer Begräbnisfeier und der Verabschiedung am Grab vorstehen darf.

Sebastian Springob ist als Lehrer und katholischer Schulseelsorger am St.-Ursula-Gymnasium tätig. Als Schulseelsorger und Trauerbegleiter hat er gemerkt, dass ihm die Aufgabe, den Menschen in Grenzsituationen beizustehen, erfüllt. Er betont, dass zum Leben beides gehört – fröhlich zu sein, aber auch die schweren Stunden zu durchleben. Sebastian Springob sagt, dass dieser Dienst zu den Werken der Barmherzigkeit gehört. Er übernimmt die Aufgabe für die Menschen der Gemeinde gerne.

Die Beauftragten werden beim Trauergottesdienst liturgische Kleidung tragen. Sie sind berechtigt, einen Trauergottesdienst zu leiten und die Verabschiedung am offenen Grab zu vollziehen. Die Feier der heiligen Messe (Seelenamt) für den Verstorbenen kann allerdings, wie bisher, nur durch einen Priester erfolgen.

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