Und dann?

Foto: KNA

 

Klaus Pfeffer ist Generalvikar des Bistums Essen. Das muss man dazu sagen, denn an seiner Kleidung sieht man ihm das nicht an. Dass er mal Diözesanjugendseelsorger war, schon eher. Gesehen hat man ihn jetzt zum Auftakt der neuen Montagsakademie in Paderborn. In dieser öffentlichen Vorlesungsreihe der Theologischen Fakultät für das interessierte Volk Gottes geht es im laufenden Semester um „Kirche in Zeiten der Veränderung“.

von Claudia Auffenberg Obwohl sich die Dinge ja auf der einen Seite wahnsinnig rasant ändern, hat man auf der anderen Seite das Gefühl, es geht nicht schnell und nicht umfassend genug. Klaus Pfeffer war nun eingeladen, weil im Bistum Essen die Situation wirklich dramatisch ist und man mit bangem Herzen ahnt, dass dies auf uns alle noch zukommt.

Es gibt in Essen kaum noch Geld, kaum noch Gläubige, kaum noch Priester – so ungefähr jedenfalls. Das Geld wird hier übrigens deswegen an erster Stelle genannt, weil sie im Bistum wegen akuten Geldmangels aktiv geworden sind, das hat den Leidensdruck gemacht. Pfeffer erzählte, er werde oft gefragt, welche Rezepte er oder sein Bischof denn hätten, um die Leute wieder in die Kirche zu bringen. Er antworte dann mit einer Gegenfrage: Warum sollen die Leute denn in die Kirche? Die Frage ist natürlich gemein, aber richtig. Man könnte sie noch konkreter stellen: Wa­rum sollte Ihr Nachbar oder sagen wir die Leute in Ihrer Straße, warum sollten die zur Kirche kommen? Fallen irgendwem spontan drei Gründe ein?

Also, noch mal zur Klärung: nicht drei Gründe, warum Sie zur Kirche gehen, sondern wa­rum der andere gehen sollte. Es ist womöglich so, dass der Nachbar die Kirche nur aus den Fernsehnachrichten kennt und das hilft im Moment auch nicht weiter. Denn es könnte sein, dass der Nachbar fragt: „Was wollt ihr denn von mir?“ Ja, und was sagen wir dann? Das ist eben auch ein Problem, vielleicht sogar das eigentliche!

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