Und wie heißt er?

Geistlicher Glaubensimpuls

So, wir sind mal wieder entzückt, Baby Nr. 3 ist da – bei den Royals. Es ist ein Junge, wiegt 3,8 Kilogramm, ist das 6. Urenkelkind ihrer Majestät, Nr. 5 in der britischen Thronfolge. Soweit die Rahmendaten, beim Entstehen dieser Zeilen fehlte aber noch eine wichtige Sache: Wie heißt das Kind? Inzwischen ist klar: Er heißt Louis Arther Charles.

Foto: gänseblümchen / pixelio

 

von Claudia Auffenberg

Dass mit großer Lust über diese Frage spekuliert wurde, zeigt: Ein Name ist wichtig. Aber warum eigentlich? Jetzt mal spitz gefragt: Warum werden Kinder nicht einfach durchnummeriert, warum haben auch Haustiere einen Namen? Einzigartig wird man durch seinen Vornamen ja nicht. Die Juden haben ihrem Gott keinen Namen gegeben, gerade weil er der einzige Gott ist und man also nicht unterscheiden muss. Und als Mose am brennenden Dornbusch etwas umständlich nach dem Namen Gottes fragt, bekommt er als Antwort keinen Namen, sondern ein Wortspiel, an dessen Übersetzung die Fachleute bis heute herumtüfteln: Ich bin Der-ich-bin-da, ich bin, wo du bist, ich bin der ich bin ... Ohne Namen ist man nicht zu fassen. Wer den Namen weiß, so erzählen es manchmal Märchen, hat die Macht über einen anderen: Ach, wie gut, dass niemand weiß … So gesehen bleibt der Gott, den wir Christen manchmal Jahwe nennen, nicht zu fassen. Und so gesehen ist es nachvollziehbar, dass Kate und William sich Zeit ließen und dieses Kind erst mal als ihr Kind annehmen wollten. Sie sind schließlich die Eltern, nicht die britische Nation und schon gar nicht die weltweite Öffentlichkeit.

Noch mal die Frage vom Anfang: Warum ist ein Name wichtig? Weil natürlich durch den Namen ein Mensch ansprechbar wird. Der Sohn Gottes hat einen Namen. In beiden Verkündigungsgeschichten heißt es: Du sollst ihm den Namen Jesus geben. In der Person Jesu begibt sich Gott in die Hand der Menschen, er geht in Beziehung zu ihnen, zu uns. Die Schlussfolgerung könnte also lauten: Die Kirche Jesu ist ein Beziehungsgeflecht, in dem Menschen sich kennen, sich ansprechen können und füreinander da sind, kein Organigramm, das Zuständigkeiten und Sprechzeiten regelt.

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