"Verwaltung ist kein Selbstzweck"

Viertägiges Arbeitstreffen in Meschede

Meschede/Erzbistum (-haus). „Kirche vor Ort, das bedeutet pastorale Arbeit in den Gemeinden. Die Kirchenverwaltung kann dafür nur die optimalen Rahmenbedingungen schaffen – nicht mehr und nicht weniger.“ So fasst Josef Mertens, Geschäftsführer der drei kooperierenden Gemeindeverbände Hellweg, Hochsauerland-Waldeck und Siegerland-Südsauerland die Kernaufgabe der Organisationen zusammen.

Geschäftsführer Josef Mertens im Gespräch mit Thomas Schäfers, Hauptabteilungsleiter Personal und Verwaltung im Erzbischöflichen Generalvikariat. Foto: Privat

 

Erstmalig hatten sich Mitarbeiter, Kirchenvorstände und pastorales Personal sowie Mitarbeiter der drei Gemeindeverbände zu einem Workcamp in Meschede-Eversberg getroffen. Ziel war es, gemeinsam die Kooperation der Verwaltungseinheiten voranzubringen und an der Zukunft der Kirchenverwaltung zu arbeiten.

„Rund 500 000 Gläubige – vertreten durch 263 Kirchenvorstände in ebenso vielen Kirchengemeinden – verlassen sich darauf, dass wir gemeinsam diesen großen Raum kompetent verwalten. Von der Gehaltsabrechnung des Hausmeisters bis zur Renovierung der Pfarrkirche reichen unsere Aufgaben, und die können wir auch in Zukunft nur dann bewältigen, wenn wir als Mitarbeiter der Gemeindeverbände unser Können und Engagement bündeln“, ist sich Mertens sicher.

Bereits seit einigen Jahren arbeiten die Gemeindeverbände Hellweg und Hochsauerland-Waldeck in einer Kooperation zusammen. Diesem Weg hat sich nunmehr auch der Gemeindeverband Siegerland-­Südsauerland angeschlossen. „Unser Ziel ist es, eine professionelle und hoch spezialisierte Verwaltung zu bieten und gleichzeitig aber vor Ort in den einzelnen pastoralen Räumen und Gemeinden noch so verwurzelt und präsent zu sein, dass Fragestellungen individuell und zügig gelöst werden“, beschreibt Mertens die Aufgabe.

Veränderungen, so der Geschäftsführer, erzeugten immer auch diffuse Ängste und die wolle man nehmen. Deshalb seien der offene Dialog mit allen Beteiligten und die aktive Kommunikation des gesamten Prozesses eine wesentliche Aufgabe. Ein viertägiges Workcamp – wie jetzt in Evers­berg – hat es noch nie gegeben. Und so gespannt, wie man in die Arbeitswoche hineingegangen sei, so zufrieden und optimistisch sei man aus der Woche auch wieder hinausgekommen, zieht Mertens Bilanz.

Besonders der „Abend der offenen Tür“, an dem die Ergebnisse der einzelnen Arbeitsgruppen allen Interessierten präsentiert wurden, übertraf viele Erwartungen. Schließlich fanden sich 250 Besucher in den Veranstaltungsräumen ein, informierten sich an den zahlreichen Stellwänden und tauschten Erfahrungen, Erwartungen und Sachstände mit den Verantwortlichen aus den Gemeindeverbänden und der Projektteams aus. „Besonders hat es uns gefreut, dass auch Besucher aus den Verantwortungsbereichen des Erzbistums und anderer Gemeindeverbände nach Eversberg gekommen waren, um sich über unseren Weg der Kooperation zu informieren“, berichtet Mertens.

„Der Weg, den die Gemeindeverbände hier eingeschlagen haben, ist für uns der richtige. Aber nur, wem Ziel und Weg bewusst sind, kann erfolgreich Veränderungen auf den Weg bringen und begleiten“, resümierte auch Thomas Schäfers, Hauptabteilungsleiter Personal und Verwaltung im Generalvikariat.

Er machte sich wie die anderen Besucher selbst ein Bild von den Herausforderungen, die die Gemeindeverbände für die nahe Zukunft in den Arbeitsgruppen identifiziert hatten.

Auch Generalvikar Alfons Hardt hatte sich vor der Veranstaltung in einer Informationszeitung der Gemeindeverbände geäußert und festgestellt, dass moderne Kirchenverwaltung vor allem „mehr Raum für Seelsorge“ schaffen solle: „Verwaltungsarbeit ist sehr wichtig, damit die Organisation der Kirche vor Ort funktioniert. Sie ist daher auch unverzichtbar, einfach weil sie notwendig ist. Aber zugleich gilt: Verwaltung ist kein Selbstzweck.“

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