Wichtig wie vor 30 Jahren

Eine „ganz besondere Einrichtung“: die ökumenische Telefonseelsorge

Laden ein zum Jubiläum der Telefonseelsorge (v. l.): Superintendent Volker Neuhoff, Evangelischer Kirchenkreis; Dechant Benedikt Fischer, Dekanat Paderborn; Pfarrerin Monika Dinger, stellvertretende Leiterin; Diplom-Theologin Monika Krieg, Leiterin; Detlef Müller, ­Geschäftsführer Gemeindeverband Katholischer Kirchengemeinden Hochstift Paderborn. Foto: EKP/Oliver Claes

 

Paderborn/Kreis Höxter/Lippstadt (ekp). Die ökumenische ­Telefonseelsorge Paderborn wird in diesem Jahr 30 und begeht das Jubiläum mit einer Reihe von Veranstaltungen.

„Für die Stadt Paderborn ist die Telefonseelsorge in mehrfacher Hinsicht eine ganz besondere Einrichtung“, sagt Dechant Benedikt Fischer, Vorsitzender des Kuratoriums der Telefonseelsorge. Seit 30 Jahren sei sie eine ökumenische Einrichtung in einer mehrheitlich katholischen Stadt, ihr Seelsorgebegriff sei nicht konfessionell gebunden, die christlichen Kirchen finanzierten die Arbeit selbstverständlich. „Es ist großartig, dass sich über 30 Jahre hinweg ein unglaublich großer Mitarbeiterstab hier eingebracht hat“, betont Fischer.

„Ich bewundere es, dass so viele Frauen und Männer bei der Telefonseelsorge mit Zeit und Kraft ehrenamtlich für andere da sind“, sagt Superintendent Volker Neuhoff, zweiter Vorsitzender des Kuratoriums.

In den letzten Jahren haben die beiden Leiterinnen, Monika Krieg und Monika Dinger, Veränderungen bei den ratsuchenden Personengruppen beobachtet. Der Anteil von Menschen mit psychischen Erkrankungen, die regelmäßig und sehr häufig anrufen, hat zugenommen. Gewachsen ist die Zahl der ratsuchenden Jugendlichen. Sie thematisieren häufig Gewalterfahrungen und sexuellen Missbrauch.

Im Jahr 2015 klingelte bei der Telefonseelsorge Paderborn 16 078-mal das Telefon, 11 583 Gespräche kamen zustande.

Zum Einzugsgebiet der Telefonseelsorge gehören die Kreise Höxter und Paderborn sowie der östliche Teil des Kreises Soest. Seit 1997 sind alle Anrufe kostenlos.Die Kirchen stellen Personal- und Sachkosten und gleichen seit 2011 den vollständigen Wegfall des Zuschusses durch die Stadt Paderborn in Höhe von 10 000 Euro aus. Der Kreis Paderborn unterstützt die Arbeit mit 5 000 Euro, der Kreis Soest gibt einen Zuschuss.

Seit 2014 bietet die Telefonseelsorge Paderborn Chat-Beratung an. Die Ratsuchenden schätzten besonders die höhere Anonymität des Internets.

Zurzeit hat die Telefonseelsorge 65 aktive ehrenamtliche Mitarbeiter, weitere 16 pausieren aktuell.

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