Wo bleibt die Pflege?

Ein Kommentar von Matthias Nückel

CDU/CSU und SPD haben ihre Sondierungen für die Neuauflage einer Großen Koalition begonnen. Im Vorfeld haben die Parteien unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt. So will etwa die SPD das Thema Europa ganz nach vorne bringen. Die CSU verabschiedete bei ihrer Klausur­tagung ein Positionspapier, das sich vor allem mit der Frage der Flüchtlinge beschäftigt.

Foto: pixabay

 

Beides sind sicher wichtige Themen. Doch eines der größten und wichtigsten Probleme taucht bisher in den Diskussionen über die Große Koalition kaum auf: die Zukunft der Pflege. Davon sind – ­direkt oder indirekt – viele Millionen Menschen in Deutschland betroffen. Und die Situation wird immer schwieriger. In manchen Regionen können Pflegedienste keine neuen Patienten annehmen (siehe Bericht hier in der Region Sauerland/Siegerland). Andernorts herrscht ein großer Mangel an Kurzzeitpflegeplätzen. Der Leiter eines Seniorenheimes sagte mir einmal, dass Angehörige ihren Urlaub schon zwei Jahre im Voraus planen, um einen Kurzzeitpflegeplatz für die Mutter oder den Vater zu bekommen.

Durch den Fachkräftemangel, der sich auch besonders im Bereich der Pflege bemerkbar macht, wird die Lage weiter verschlimmert. Und die verbleibenden Pflegekräfte müssen sich mit einer ausufernden Bürokratie beschäftigen, statt sich intensiver um ihre Patienten kümmern zu können.

Die Pflege gehört deshalb ganz oben auf die Tagesordnung für die Koalitionsverhandlungen. Denn – dieses Thema betrifft Millionen Familien existenziell. Die Politik darf die zu pflegenden Menschen, deren Angehörige und das Pflegepersonal nicht im Stich lassen.

Meint

Ihr

Matthias Nückel

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