Wohin führt der Weg?

Ein Kommentar von Matthias Nückel

Das „Lutherjahr“ neigt sich dem Ende zu. Die Bilanz des Rückblickes auf den 500. Jahrestag des Thesenanschlages an der Wittenberger Stadtkirche fällt durchaus positiv aus – auch aus katholischer Sicht.

Befürchtungen, das Trennende zwischen den Konfessionen könnte verstärkt werden, haben sich nicht bestätigt. Das Gegenteil war der Fall. Erfreulicherweise haben viele ökumenische Veranstaltungen stattgefunden – auch hier bei uns im Erzbistum Paderborn. Und bei allem stand nicht Luther im Mittelpunkt, sondern Christus.

Jetzt lautet die Frage: Wie geht es weiter mit der Ökumene? Kardinal Kurt Koch hat in einem Interview zum Ende des Reformationsjubiläums auf einen, meiner Ansicht nach, wichtigen Punkt hingewiesen. Er sagte, dass es keine gemeinsame Vorstellung vom Ziel der Ökumene gebe. Ohne ein solches Ziel falle es jedoch schwer, die nächsten Wegetappen ins Auge zu fassen, meinte der „Ökumene-Minister“ des Vatikans (Interview Seite 10).

Das auch in kirchlichen Kreisen gern zitierte Wort von Konfuzius „Der Weg ist das Ziel“ hilft in diesem Fall wenig weiter. Es tröstet im Grunde nur darüber hinweg, dass es eben kein gemeinsames Ziel gibt. Deshalb ist es wirklich an der Zeit, festzulegen, wohin die ökumenische Pilgerreise führen soll. Ist es die volle Einheit? Ist es die „versöhnte Verschiedenheit“, von der immer so viel die Rede ist? Oder ist es der kleinste gemeinsame Nenner in ethischen und in Glaubensfragen?

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