Gott redet „menschlich“

  • 02.06.2017

Am Pfingstsonntag bedauert man ja allgemein gern die Lektoren, wenn sie beim Verkünden der Pfingstlesung über die „Parther, Meder und Ela­miter“ stolpern, ganz zu schweigen von denen „aus Phrygien und Pamphylien“. Ausgerechnet die Geschichte, in der es um die Verständigung, um das Reden in Zungen geht, reiht einen Zungenbrecher an den anderen und macht einem das Sprechen so schwer.

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Unbekannte Berühmtheit

  • 26.05.2017

Im Lutherjahr kann man ja auch mal auf evangelische Persönlichkeiten schauen: Menschen, die nicht heiliggesprochen sind, aber immerhin doch – wenigstens offiziell – einen Gedenktag haben. Für den 31. Mai steht im ökumenischen (!) Heiligenkalender ein jung gestorbener pietistischer Lieddichter aus Bremen, dessen Namen alle kennen.

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Aufgefahren … wohin?

  • 19.05.2017

So kann es einem gehen bei einer journalistischen Recherche: Man stellt eine scheinbar einfache Frage und nach wenigen Sekunden ist man von Herzen dankbar, dass das Diktiergerät mitläuft, weil man fasziniert das Mitschreiben vergessen hat. Die einfache Frage lautet: Wo ist der Himmel, in den Jesus aufgefahren ist? Oder in westfälischer Kurzfassung: „Wo isser hin?“

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Fischköpfe und Leithammel

  • 11.05.2017

Beim Reden über das Thema Führung greift der Mensch anscheinend gern zu tierischen Motiven. „Der Fisch stinkt vom Kopf“ ist so ein Klassiker, mit dem in diesen Tagen manche versuchen, Ursula von der Leyen klarzumachen, dass sie für die von ihr beschriebene „offensichtliche Führungsschwäche auf verschiedenen Ebenen“ auch irgendwie verantwortlich sei.

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Tod einer Beziehung

  • 05.05.2017

Bei Attentaten sind es oft das Ausmaß oder die Auswahl der Opfer, die einen fassungslos machen. Beim Anschlag auf den BVB-Bus allerdings verschlug einem wohl am ehesten das Motiv des mutmaßlichen Täters die Sprache. Soweit bekannt, hat Sergej W. versucht, ein Aktiengeschäft erfolgreich abzuschließen, indem er drei Bomben am Weg des Dortmunder Mannschaftsbusses hochgehen ließ und hoffte, damit den Börsenkurs des Vereines zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Habgier, so sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière, damit sei der Mordparagraf voll erfüllt.

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Nomaden des Glaubens

  • 28.04.2017

Prof. Dr. Peter Kohlgraf ist neuer Bischof von Mainz, nach Karl Lehmann also wieder einer aus der Lehre. Kohlgraf ist Pastoraltheologe und Leute seiner Zunft sind in der derzeitigen Umbruchphase der Kirche dringend gefordert. In seiner Antrittsvorlesung an der katholischen Hochschule in Mainz im Dezember 2013 befasste er sich mit einer Personengruppe, die – so formuliert er es – in der Kirche gerade auch dringend gefordert, aber praktisch vergessen ist: die Propheten.

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Preußisch-katholisch

  • 21.04.2017

Wenn man sich das Leben von Menschen wie Pauline von Mallinckrodt anschaut, dann kann man sich fragen: Wo­rüber reden wir eigentlich in unseren Gremien und Kommissionen?

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Frau mit Ernst

  • 13.04.2017

Am 14. April könnten alle Ernas Namenstag feiern, also ausgerechnet am Karfreitag. Nun wird die Schar, die wegen des stillen Feiertages womöglich verzichten, nicht allzu groß sein. Denn eine lebende Erna ist heute eine echte Seltenheit. Dennoch ist einem der Name ziemlich vertraut.

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Lebensweg

  • 07.04.2017

Es gibt Künstler, die von Haus aus der Kirche oder dem Christentum fernstehen und doch tauchen gelegentlich in ihren Werken christliche Motive auf – vor allem, wenn es ernst wird. Und es gibt Künstler wie Ingrid Moll-Horstmann (80), katholisch aufgewachsen und bis heute eine praktizierende Christin, seit Kindertagen also vertraut mit der christlichen Bilderwelt. Doch vertraut heißt nicht automatisch „warm geworden“.

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